Alkohol, Cannabis und andere Drogen
Diese Praxis im Alltag könnte vor riskantem Konsum schützen
19.02.2026 – 11:02 UhrLesedauer: 2 Min.
Wie lässt sich das Risiko für gefährlichen Alkohol- und Drogenkonsum senken? Eine Studie hat einen überraschenden Schutzfaktor identifiziert.
Wer in der Fastenzeit auf Alkohol, Zigaretten und andere Drogen verzichtet, tut seinem Körper etwas Gutes – insbesondere, wenn es gelingt, den Konsum danach langfristig zu reduzieren. Vielen fällt allerdings genau das schwer: Allein in Deutschland trinken etwa 8,6 Millionen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren riskante Mengen Alkohol. Und auch der Konsum illegaler Drogen hat stark zugelegt. Wie lässt sich das offenkundig verbreitete Drogenproblem lösen?
Eine originelle und obendrein zur Fastenzeit passende Antwort findet sich in der aktuellen Ausgabe des Magazins „JAMA Psychiatry“: Beten! So lautet – stark verkürzt – das Ergebnis einer neuen Übersichtsarbeit, die den Einfluss von Spiritualität auf das Risiko für schädlichen Alkohol- und Drogenkonsum beleuchtet. Sie zeigt: Wer regelmäßig religiöse Zusammenkünfte besucht, betet, meditiert oder auf anderem Wege spirituelle Orientierung sucht, ist weniger anfällig dafür, ein Drogenproblem zu entwickeln. Und womöglich fördert Spiritualität auch die Genesung.
Das Forschungsteam sichtete zunächst Tausende bereits veröffentlichter Studien aus mehr als zwei Jahrzehnten. Übrig blieben am Ende 55 Untersuchungen, die bestimmten Qualitätskriterien genügten. Zusammengenommen beruhen ihre Ergebnisse auf den Daten von mehr als einer halben Million Menschen. Berücksichtigt wurden ausschließlich Langzeitstudien, also Untersuchungen, die Menschen nicht nur einmal befragten, sondern sie über Jahre hinweg begleiteten.
In diesen waren Spiritualität und Konsumverhalten der Teilnehmenden mithilfe standardisierter psychologischer Fragebögen erfasst worden. Die Befragten hatten unter anderem angegeben, wie häufig sie religiöse oder spirituelle Praktiken ausübten, ob und wie regelmäßig sie religiösen Zusammenkünften beiwohnten und welche persönliche Bedeutung Glaube oder Spiritualität in ihrem Leben hatten. Parallel dazu hatten die Forschenden den Konsum von Alkohol, Tabak, Cannabis und anderen Drogen erfasst – von gelegentlichem bis hin zu gefährlichem Gebrauch.
Aus den Ergebnissen konnten die Wissenschaftler nun eine Art Gesamtfazit ziehen: Ihrer Berechnung zufolge ist Spiritualität mit einem um rund 13 Prozent reduzierten Risiko für schädlichen Alkohol- und Drogenkonsum verbunden. Die Daten sprechen dafür, dass Spiritualität auch Genesung und Abstinenz unterstützen könnte. Aufgrund statistischer Unsicherheiten gilt dieser Befund jedoch nicht als gesichert.
Die Untersuchung zeigt, dass spirituelle Menschen seltener in riskantem Maße Drogen konsumieren. Die Befunde sprechen zwar dafür, dass dies mit ihrer Spiritualität zusammenhängt – einen Beweis liefern sie jedoch nicht. Auch lässt sich nicht sicher sagen, warum und wie Spiritualität schützen könnte: Ist es die soziale Unterstützung durch Gleichgesinnte? Die Orientierung an Tugenden wie Abstinenz oder Maßhalten? Die Erfahrung von Sinn und Bedeutung?










