Heute ist die Ausgangslage jedoch anders. Zwar wurden die Hürden für den Einstieg in den Terminmarkt massiv erhöht, doch das fundamentale Angebotsdefizit lässt sich nicht wegregulieren. „Seit Jahresbeginn gelten in China strikte Exportbeschränkungen“, so Lars Reichel von der Börse München. Als Hauptproduzent und größter Veredler trocknet der globale Markt für physisches Silber (Granulat und Barren) zunehmend aus. „Margin-Erhöhungen treffen vor allem gehebelte Spekulanten am Papiermarkt, während Industriekunden aus Photovoltaik, KI-Rechenzentren oder der Nuklearindustrie das Metall physisch benötigen – und nicht warten können“, so Stefan Riße von Acatis.
Zudem werden Edelmetalle stärker als strategische Anlage und sicherer Hafen wahrgenommen. Institutionelle Investoren bauen ihre Bestände aus. Da sie ihre Positionen vollständig mit Eigenkapital finanzieren, spielen höhere Sicherheitsleistungen an den Börsen für sie kaum eine Rolle.











