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Laut einer von der Financial Times zitierten Quelle, die mit der Angelegenheit vertraut ist, steht Christine Lagarde kurz davor, vorzeitig als Präsidentin der Europäischen Zentralbank zurückzutreten.
Angeblich beabsichtigt Lagarde, ihren Frankfurter Sitz vor den französischen Wahlen im April 2027 zu räumen, Monate vor dem offiziellen Ablauf ihres achtjährigen Mandats im Oktober desselben Jahres.
Die Entscheidung könnte durch politisches Timing bestimmt werden.
Durch ihren vorzeitigen Rücktritt würde Lagarde es dem scheidenden französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz ermöglichen, die Ernennung ihres Nachfolgers zu überwachen, und der derzeitigen Führung der beiden größten Volkswirtschaften Europas die Chance geben, die Zukunft der europäischen Geldpolitik zu gestalten.
Da es Macron verfassungsrechtlich untersagt ist, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren, wächst in Brüssel und Paris die Angst vor einem Aufstieg des rechtsextremen Rassemblement National (RN) und der Alternative für Deutschland (AfD).
Marine Le Pen und ihr Schützling Jordan Bardella liegen derzeit in den Umfragen gut da, was die Aussicht auf die Machtübernahme einer euroskeptischen Regierung in Paris erhöht. Dieses Szenario könnte möglicherweise den Ernennungsprozess für wichtige EU-Institutionen lahmlegen.
Letzte Woche kündigte auch der Gouverneur der Bank von Frankreich, François Villeroy de Galhau, überraschend seinen vorzeitigen Rücktritt an, angeblich aus ähnlichen Gründen.
Laut FT und anderen Berichten hat die EZB die Vorwürfe offiziell zurückgewiesen und erklärt, dass Lagarde weiterhin „völlig auf ihre Mission konzentriert“ sei, aber die Spekulationen über ihre Ablösung dürften unter europäischen Ökonomen anheizen.
Das Rennen um Frankfurt
Die aktuelle Stimmung, die durch eine FT-Umfrage im Dezember ermittelt wurde, legt nahe, dass Klaas Knot, der ehemalige Chef der niederländischen Zentralbank, und Pablo Hernández de Cos, der ehemalige Gouverneur der Bank von Spanien, die wahrscheinlichsten Nachfolger von Christine Lagarde sind.
Knot wird zunehmend als „Goldlöckchen“-Kandidat angesehen: ein erfahrener Veteran, der sich von einem strikten Inflationsbefürworter zu einer gemäßigteren, konsensbildenden Persönlichkeit gewandelt hat.
Er ist für Berlin besonders attraktiv, da der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz möglicherweise lieber einen gleichgesinnten Niederländer unterstützt als die politische Komplexität der Ernennung eines Deutschen.
Unterdessen bleibt de Cos, der derzeit die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich leitet, aufgrund seines Rufs als „fantastischer Teamplayer“ und seines umfassenden technischen Fachwissens ein Spitzenkandidat.











