Überangebot trotz Festpreis
Berliner Senat stoppt Taxigenehmigungen für ein Jahr
16.02.2026 – 12:50 UhrLesedauer: 1 Min.
Die Berliner Landesregierung reagiert auf die angespannte Lage im Taxigewerbe mit einem Zulassungsstopp. So begründet sie den Schritt.
Der Berliner Senat hat einen einjährigen Stopp für neue Taxigenehmigungen beschlossen. Damit will die Landesregierung gegen ein Überangebot auf den Straßen vorgehen, teilte die Senatsverwaltung für Verkehr mit.
Zwischen Dezember 2024 und Ende Januar 2026 ist die Zahl der Taxen in der Hauptstadt um 1.200 auf insgesamt 6.600 Fahrzeuge gestiegen. Die Nachfrage sei hingegen seit Jahren rückläufig, hieß es. Sie habe sich auch seit Einführung der Festpreisoption nicht signifikant erhöht.
Für viele Betriebe sei ein wirtschaftlich tragfähiger Betrieb angesichts dieses Überangebots nicht mehr möglich, teilte die Senatsverwaltung mit. Der Senat befürchtet, dass manche Unternehmen geltendes Recht brechen könnten, um überhaupt noch etwas zu verdienen.
„Dies führt zu Wettbewerbsverzerrungen zulasten der rechtstreu wirtschaftenden Unternehmen und gefährdet die Stabilität des gesamten Gewerbes“, hieß es von der Senatsverwaltung. Denkbar sei etwa, dass Unternehmen den Mindestlohn unterschreiten oder auf Schwarzarbeit setzen.
Im Juli 2024 führte der Senat im Berliner Taxigewerbe eine Festpreisoption ein. Fahrgäste wissen bei online gebuchten Taxifahrten bereits vor der Fahrt, wie teuer diese wird. Doch die Nachfrage hat diese Maßnahme den Angaben des Senats zufolge nicht angekurbelt.
Der nun verordnete einjährige Stopp gilt auch für Erweiterungsanträge bestehender Unternehmen. „Neuantragsteller können sich für diesen Zeitraum auf eine Warteliste setzen lassen“, hieß es. Bereits genehmigte Unternehmen könnten den Betrieb im bisherigen Umfang weiterführen.










