„Ist nur noch Schrott“
Traditionsreiches Segelschiff zerbricht in zwei Teile
14.02.2026 – 15:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein mehr als 130 Jahre altes Segelschiff läuft auf Grund. Zwei Wochen später ist die Ozean-Legende ein Fall für die Schrottpresse.
„Die Spezialfirma hat zuerst den Mast und lose Teile entfernt“, schilderte der Sprecher. Anschließend habe ein Spezialkran das Schiff angehoben. Dabei sei es entzwei gebrochen. „Das war für uns nicht überraschend“, so der Sprecher. Schon zuvor sei das Schiff schwer beschädigt gewesen. „Das Schiff ist nur noch Schrott. Wirtschaftlicher Totalschaden“, erklärte er.
Die Firma sei noch bis Samstagabend im Einsatz. Bei Niedrigwasser solle erneut kontrolliert werden, ob sich noch kleinere Einzelteile des Schiffs im Wasser befänden. Bisher sei die Bergungsaktion aber reibungslos verlaufen, das Wasser sei auch nicht durch Betriebsstoffe verunreinigt worden.
Zur Bergung der 30 Meter langen „Ethel von Brixham“ waren ein Schwimmkran, zwei Schlepper und ein Arbeitsschiff im Einsatz. Die Kosten für den Einsatz bezifferte das WSA auf eine sechsstellige Summe. Der NDR berichtete von rund 300.000 Euro.
Das Traditionssegelschiff aus Holz war am 31. Januar auf einer Fahrt von Brunsbüttel nach Den Helder in den Niederlanden in der Außenelbe vor Cuxhaven auf Grund gelaufen. Seenotretter brachten vier Besatzungsmitglieder und einen Hund in Sicherheit – verletzt wurde niemand. Mehrere Versuche, das Schiff freizuschleppen, scheiterten.
Das WSA setzte dem Eigner des Schiffs daraufhin eine Frist, sich um die Bergung zu kümmern. Diese ließ er jedoch verstreichen, weshalb das WSA schließlich die Bergung übernahm. Die Kosten sollen dem Besitzer in Rechnung gestellt werden.
Die „Ethel von Brixham“ blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, wie das Fachmagazin „Yacht.de“ berichtete. Erbaut worden war sie 1890 in Südengland. Zwischen 1996 und 2025 gehörte sie demnach dem Kieler Gerhard Bialek. 2023 spielte das Schiff die Hauptrolle im Film „The Ministry of Ungentlemanly Warfare“. Im Jahr 2025 verkaufte Bialek den Traditionssegler, Ende des Jahres gab es erneut einen Eigentümerwechsel.
Dass ein solches Traditionsschiff nun keine Zukunft mehr habe, sei „für die Szene bedauerlich“, sagte der WSA-Sprecher t-online. „Aber wir als Amt müssen da emotionslos herangehen.“











