Millionen-Investitionen geplant
Streit in Alpen-Skidorf eskaliert: „Absurd“
Aktualisiert am 14.02.2026 – 14:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein kleines, idyllisches Alpen-Dorf mit mehreren Skipisten – doch der Schnee fehlt zunehmend. Eine Idee, wie das geändert werden könnte, stößt auf großen Widerstand.
Im Alpen-Feriendorf Leysin spitzt sich ein Streit um eine geplante Millionen-Investition in Schneekanonen zu – der Widerstand gegen das Großprojekt wird immer größer und erreicht weite Teile der Bevölkerung in dem 3.600-Einwohner-Ort.
Wie mehrere Schweizer Medien unter Berufung auf den Verein „Non aux canons à neige“ („Nein zu Schneekanonen“) berichteten, gingen bei der Gemeinde rund 500 offizielle Beschwerden und Einwände gegen die vorgelegten Pläne ein. Die Bedenken seien von Bürgern, Naturschutzverbänden und gewählten Amtsträgern eingereicht worden, hieß es.
Der Streit um das geplante Millionenprojekt in Leysin schwelt schon seit Jahren: Wegen des Klimawandels und gestiegener Temperaturen sind die auf maximal 2.300 Metern Höhe gelegenen Skipisten in der Hauptsaison nicht mehr schneesicher. Die Gemeinde und das im Skigebiet zuständige Betreiberunternehmen wollen daher für rund 20 Millionen Schweizer Franken (knapp 22 Millionen Euro) 175 neue Schneekanonen kaufen und installieren, um die Pisten künftig künstlich beschneien zu können. Ziel des Projekts: Arbeitsplätze sichern und weiter attraktiv für Wintersporttouristen bleiben, berichtete die Schweizer Zeitung „Blick“. Bergbahn-Direktor Maxime Cottet sagte kürzlich im Rundfunk SRF: „Wir brauchen Kunstschnee unbedingt!“
Doch bei den Gegnern des Projekts stoßen die Planungen auf massiven Widerstand. Der Verein „Non aux canons à neige“ spricht auf seiner Website vor dem Hintergrund des Klimawandels von einer „Absurdität“ und „Fehlentwicklung“. Für das Projekt müssten 22 Kilometer Gräben durch die Alpen gezogen werden. Schutzgebiete würden gefährdet. Zudem würden rund 230.000 Kubikmeter Wasser pro Saison benötigt. Das Wasser würde aus einem mit Mikroplastik und Chemikalien verunreinigten Stausee abgeleitet.
Die Befürworter des Projekts hingegen betonen, 30 Prozent des benötigten Stroms würden durch eigene Turbinen gedeckt. Die Rohrleitungen würden ausschließlich unterirdisch verlegt, um sensible Bereiche zu schützen, schilderte der Sender RTS. Wann eine Entscheidung fällt und ob das Projekt tatsächlich umgesetzt wird, ist weiter offen. Schon im Herbst 2024 hatten die Initiatoren Pläne vorgelegt, diese aber nach massiver Kritik wieder zurückgezogen und überarbeitet.











