ASEAN wurde 1967 gegründet und besteht mittlerweile aus elf südostasiatischen Staaten und ist seit vielen Jahren ein wichtiger Schwerpunkt für Deutschland. „ASEAN und die EU sind Organisationen, die weiterhin eine regelbasierte Ordnung aufrechterhalten“, sagt Michael Weiss, Projektleiter bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). „Der Verband wird wirtschaftlich immer attraktiver. Er hat sich kontinuierlich in Richtung Stabilität und Verständnis weiterentwickelt und neue Mitglieder wie Timor-Leste aufgenommen.“ Er erklärt, dass Deutschland mit Unterstützung des ASEAN-Sekretariats eine Organisation für rund 670 Millionen Menschen stärke.
Für Deutschland wiederum sind sichere Handelswege und verlässliche politische Partnerschaften wichtig. „Die Schifffahrtsrouten in Südostasien sind die Lebensader der Weltwirtschaft“, sagt Weiss. Die GIZ führt im Auftrag der Bundesregierung zahlreiche Projekte in der Region durch, die darauf abzielen, ASEAN institutionell zu unterstützen; Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist das Unternehmen mit Landes- und Projektbüros in der Region präsent.
Zuverlässige Informationen in Zeiten von Fake News
„In den letzten zehn Jahren haben sich ASEAN, sein Sekretariat und seine angeschlossenen Einheiten professionell weiterentwickelt“, sagt Weiss. „Der Verein hat sich in Südostasien zu einer festen Größe entwickelt.“ Seit seiner Gründung hat ASEAN auch daran gearbeitet, eine eigene „ASEAN-Identität“ zu etablieren. Dennoch ist die Integration des Verbandes vielen Menschen in der Region kaum bewusst – und das bremst Reformen. Deshalb haben Michael Weiss und sein sechsköpfiges GIZ-Team im ASEAN-Sekretariat Plattformen eingerichtet, um Integrationsprozesse in allen elf Mitgliedsstaaten zu stärken. Das ASEAN-Medienforum 2026 auf den Philippinen zielt beispielsweise darauf ab, Verlage, Medienunternehmen, kleinere Redaktionen und Freiberufler zusammenzubringen, um in Zeiten von Fake News einen verlässlichen Informationsfluss zu fördern. Darüber hinaus unterstützte die GIZ das Sekretariat bei der Entwicklung strategischer Kommunikationspläne und der institutionellen Stärkung des Katastrophenschutzes.
Solche Kleinprojekte machen ASEAN auch stabiler. Schließlich müssen sich seine Mitglieder gleichzeitig mit internen Konflikten auseinandersetzen. Beispielsweise hatte der jüngste Grenzstreit zwischen Kambodscha und Thailand den Verlauf von Projekten und die Einbindung von Vertretern verändert. Allerdings verfügt ASEAN über Grundsätze und etablierte Mechanismen zur Konfliktlösung, erklärt Weiss. Diese müssen seiner Meinung nach konsequent umgesetzt werden. Dies könnte zeigen, dass institutionelle Geduld und verlässliche Regeln Stabilität schaffen in einer Welt, in der Ordnung zunehmend zur Verhandlungssache wird. Dies stellt eine klare Alternative zur Abrissbirnenpolitik dar.









