Olympia-Wirbel um verbotenen Helm
ZDF-Moderator fassungslos: „Dann grenzt das an Zensur“
12.02.2026 – 23:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Der verbotene Helm von Wladislaw Heraskewytsch ist bisher das Streit-Thema bei Olympia. Das Verhalten des IOC besorgt auch ZDF-Moderator Jochen Breyer.
Im Jubel um das Gold der deutschen Rodel-Teams am Donnerstagabend ging das Thema der Olympischen Spiele nicht unter: Die Disqualifikation des ukrainischen Skeletoni Heraskewytsch, der nicht auf das Tragen seines Helms mit Bildern von im Krieg gegen Russlannd getöteten Sportlern verzichten wollte. Die Mitglieder der ukrainischen Teamstaffel solidarisierten sich mit ihrem Landsmann, knieten sich im Ziel hin und hielten gemeinsam ihre Helme hoch.
In der Leaders-Box am Ende der Eisbahn, in der sich die jeweils führenden Teams versammeln, präsentierten sich Julianna Tunyzka, Andrij Mandsij, Ihor Hoj, Nasarij Katschmar, Olena Stezkiw und Olexandra Moch mit einer Ukraine-Fahne. Das Sextett jubelte in die Kamera und brüllte: „Wlad, wir sind bei dir. Ukraine, wir sind bei dir“. Das war jedoch kaum zu verstehen, was jedoch nicht an ihren leisen Stimmen oder der lauten Geräuschkulisse lag. Wie das ZDF im Nachhinein aufdeckte, wurde der Ton runtergepegelt.
„Wir haben noch mal nachgeschaut. In anderen Fällen, wenn die Sportler in diese Leaders-Box kommen, ist der Ton voll drauf. Also das wirkt schon kurios“, bewertete ZDF-Moderator Jochen Breyer.
Rodel-Experte Johannes Ludwig hatte wenig Verständnis für diesen Umgang mit dem Team. „Ich finde es schon äußerst fragwürdig, dass in solchen Momenten einem fast das Wort verboten wird.“ Als Bundespolizist sei es ihm ein besonderes Anliegen, Menschen und Grundrechte zu achten. „Von daher kann ich das nicht gutheißen“, sagte der dreifache Olympiasieger.
Jochen Breyer sagte sichtlich fassungslos: „Wenn es so war, dass das IOC vorher gesagt hat: ‚Wenn die Ukrainer da kommen, dann pegelt, liebe Weltregie, mal bitte den Ton runter‘, dann grenzt das ja tatsächlich an Zensur.“
„Es war kein Protest. Wir wollen Wlad unterstützen und an die Menschen erinnern, die im Krieg gegen Russland gestorben sind“, sagte der Rodler Mandsij zu der Geste und sprach von einer „Team-Idee“. Seine Mannschaftskollegin Tunyzka sagte, sie sei während des Rennens nicht nervös, sondern in Gedanken bei Heraskewytsch gewesen. „Ich bin nervös, was mein Land, Heraskewytsch, mein Team betrifft“, sagte sie.
Heraskewytsch reagierte bei X mit einem Herz-Emoji auf die Aktion seiner Landsleute.











