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Ungarns Oppositionsführer Péter Magyar hat zugegeben, dass er von seiner ehemaligen Freundin in eine „Honigfalle“ gelockt wurde, und hat Vorwürfe des Drogenkonsums zurückgewiesen. Magyar sagt, die Regierung von Viktor Orbán habe die Operation mit geheimdienstlichen Methoden orchestriert.
Die Tisza-Partei aus Magyar ist bei den Wahlen im April in Ungarn der größte Herausforderer von Viktor Orbáns Fidesz und liegt derzeit in den Umfragen an der Spitze. Der Wahlkampf hat sich in letzter Zeit durch persönliche Angriffe auf Aktivisten und Kandidaten sowie den Einsatz von Deepfake-Videos verschärft.
Am Dienstag kursierten im Internet Fotos eines Zimmers mit einem Bett, mit der Vermutung, dass sie mit einem Sexvideo mit Magyar in Zusammenhang stehen.
In einem am Donnerstagnachmittag geteilten Social-Media-Video gab der Oppositionsführer zu, dass er die Wohnung auf dem Bild im August 2024 nach einer Party besucht und einvernehmlichen Sex mit seiner Ex-Freundin hatte.
„In dieser Nacht war mir nicht bewusst, dass mir ein Geheimdiensteinsatz bevorstand, also ließ ich mich verführen“, sagte Magyar.
„Aber später wurde mir klar, dass ich in eine klassische Russland-typische Kompromisssituation geraten war. Aber da ich nichts Illegales getan hatte, ist mein Gewissen rein.“
Magyar sagte, andere Personen, die in der Wohnung anwesend waren, hätten wahrscheinlich Drogen bei sich gehabt, bestritt jedoch, selbst Drogen genommen zu haben, und sagte, er sei bereit, einen Drogentest zu machen. Drogenkonsum ist in Ungarn illegal.
„Sie werden keinen Erfolg haben“
„Ich weiß nicht, wie die mit geheimdienstlicher Ausrüstung illegal in der Wohnung aufgenommenen Bild- und Tonaufnahmen nachträglich manipuliert werden, ich schlage aber vor, die gesamte in dem Zimmer gemachte Aufnahme ungeschnitten zu veröffentlichen“, sagte Péter Magyar.
Der Parteichef sagte, die Sextape-Kampagne ziele auf seine Familie und ziele darauf ab, ihn psychisch zu brechen.
„Die Fidesz-Führung weiß, dass ich diese Woche meine Söhne bei mir habe, da unsere Basiskampagne nächste Woche beginnt. Sie wollten diese Zeit ruinieren und mich noch stärker psychisch unter Druck setzen, also habe ich einen Fehler gemacht. Das wird ihnen nicht gelingen“, sagte Magyar.
Fidesz-Vertreter bestritten, an der Verbreitung des Fotos beteiligt gewesen zu sein oder Kenntnis von dem Video zu haben.
Nach ungarischem Recht ist die Veröffentlichung sexuell eindeutiger Bilder ohne Zustimmung eine Straftat.
Die Vorwürfe ereigneten sich in einem entscheidenden Stadium des Wahlkampfs. Nach Angaben des 21. Forschungsinstituts liegt Tisza, das erst vor zwei Jahren gegründet wurde, bei den entschiedenen Wählern mittlerweile mit 35 % zu 28 % an der Spitze der Fidesz.
Orbán regiert Ungarn seit 2010 mit absoluter Mehrheit. Ein Regierungswechsel würde Ungarns Verhältnis zur Europäischen Union und seine Haltung zum Krieg in der Ukraine verändern.










