Kriminalstatistik für Hamburg
Messerangriffe gehen stark zurück – aber mehr Vergewaltigungen
12.02.2026 – 17:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Hamburger Polizei verzeichnet die höchste Aufklärungsquote seit 1997. Die Stadt sei sehr sicher, sagt Innensenator Grote. Doch Sexualstraftaten nehmen zu.
Die Hamburger Polizei hat im vergangenen Jahr 213.596 Straftaten erfasst, was einem Rückgang von fünf Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht. Die Aufklärungsquote stieg auf 49,1 Prozent – der höchste Stand seit 1997, wie bei der Vorstellung der Kriminalstatistik am Donnerstag bekannt wurde.
Die Gewaltkriminalität, zu der gefährliche und schwere Körperverletzungen, Raub, Mord und Totschlag sowie Vergewaltigungen zählen, ging um 5,4 Prozent zurück. Dies stellt eine Trendumkehr dar, nachdem im Jahr 2024 die Gewaltkriminalität noch um 7,2 Prozent gestiegen war. Auch die Zahl der Raubtaten sank um 200 Fälle oder 8,5 Prozent.
Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Straftaten mit Waffen aus. Die Delikte unter Einsatz eines Messers nahmen um 34,6 Prozent ab, die mit Schusswaffen um 12 Prozent. Der Leiter des Landeskriminalamts, Jan Hieber, führte diese Entwicklung auch auf die Waffenverbote und -kontrollen zurück.
Trotz der insgesamt positiven Entwicklung stieg die Zahl der Vergewaltigungen von 285 auf 319 Fälle, was einem Anstieg von 12 Prozent entspricht. In mehr als 80 Prozent der Fälle habe es eine Vorbeziehung zwischen Täter und Opfer gegeben, sagte Hieber. Fremdtäter seien eher die Ausnahme.
Die Polizei erfasste im vergangenen Jahr 66 Tötungsdelikte, darunter 49 versuchte und 17 vollendete Fälle von Mord und Totschlag. Fünf Frauen wurden in Partnerschaften oder ehemaligen Partnerschaften getötet. In drei Fällen deuteten die Umstände auf einen sogenannten Femizid hin.
Nach den Worten von Polizeipräsident Falk Schnabel ging die Gesamtkriminalität in allen sieben Hamburger Bezirken zurück, am stärksten in Harburg mit 9,3 Prozent. Stärkere Rückgänge verzeichnete die Polizei auch in Mitte (-6,6 Prozent) und Altona (-6,5 Prozent). Der Rückgang in Mitte sei auch auf das Cannabiskonsumgesetz zurückzuführen, das diese Droge seit 2024 weitgehend legalisiert hat.
Die Stadtteile St. Georg, das Gebiet um den Hauptbahnhof und St. Pauli bleiben für die Polizei Brennpunkte. Fast die Hälfte aller Raubtaten wurde auf St. Pauli oder in St. Georg verübt. Dennoch sank auch in diesen Stadtteilen die Zahl der Gewaltdelikte.










