Der eine ist Emmy-Gewinner, Drehbuchautor von „CSI: Miami“ und „Green Lantern“ – der andere kommt aus Deutschland und gilt als hochtalentiert. Jetzt sind sie Partner.
Hollywood-Drehbuchautor Marc Guggenheim hat etwas getan, das er laut eigener Auskunft zuvor noch nie gemacht hat: Er hat eine Geschichte speziell für einen bestimmten Comickünstler geschrieben. „Dabei habe ich mich von seinem Portfolio inspirieren lassen und mich auf die Bilder und Konzepte konzentriert, die er am liebsten zeichnet“, sagte Guggenheim dem „Hollywood Reporter“.
Auf Nachfrage von t-online erklärt der Starautor genauer: „Ich habe das Skript so angepasst, dass es die Dinge zeigt, von denen ich weiß, dass er sie gerne zeichnet: stimmungsvolle Stadtlandschaften, große Actionszenen, Raumschiffe und grandiose außerirdische Ausblicke.“
Sedat Özgen ist der Mann, dem diese Ehre zuteilwird. Er wurde 1984 in der Provinz Batman in der Türkei geboren, wuchs in Deutschland auf – und verfolgt seit Jahren hartnäckig einen Traum. In den vergangenen Jahren hat er schon für einige berühmte Comic-Produktionen wie „Jugde Dredd“ oder „Conan der Barbar“ gezeichnet. Jetzt sitzt er vor seinem Zeichentisch und freut sich. Denn die Arbeit mit Guggenheim ist noch einmal ein großer Schritt nach vorn. Der Emmy-Gewinner und Özgen teilen sich die Rechte an ihrem gemeinsamen Projekt.
„The Whisper War“ ist eine Science-Fiction-Serie, die in einer fernen und düsteren Galaxie spielt. Dort hat es einen Krieg gegeben, an den sich aber niemand mehr so richtig erinnern kann – die Menschen haben sogar vergessen, wer ihn gewonnen hat.
Die konkrete Geschichte, die Guggenheim und Özgen erzählen, beginnt mit einem mysteriösen Mordfall. Es gibt keine Leiche, nach dem Sturz aus einem Mega-Hochhaus sind nur noch ein paar Körpersäfte des Opfers übrig, und ein Algorithmus sucht einen Ex-Polizisten aus, der den Fall lösen soll. Wieso die KI ausgerechnet ihn auswählt, bleibt vorerst unklar – sicher ist nur, dass er sich fügen muss.
Die Idee für die Serie sei während des Autorenstreiks 2023 in den USA entstanden, erklärt Özgen t-online. Damals streikten zahlreiche Hollywood-Autoren für die Sicherung ihrer Existenzgrundlage und faire Bezahlung im Zeitalter des Streamings. Ein wichtiger Punkt war der Schutz vor Künstlicher Intelligenz. Aus diesem Spannungsfeld heraus sei der Grundgedanke zu „The Whisper War“ entstanden: „Erzählt wird eine Geschichte, die zunächst als klassischer Krimi beginnt, sich jedoch zunehmend zu einer existenziellen Reise entwickelt“, fasst Özgen zusammen. „Ohne zu viel vorwegzunehmen: Am Ende wird wirklich alles infrage gestellt – die eigene Identität, die sogenannte Realität, das Hier und Jetzt.“











