Hinweis auf vulkanische Vergangenheit
Riesige Höhle auf der Venus entdeckt
11.02.2026 – 14:16 UhrLesedauer: 2 Min.
Wissenschaftler haben auf der Venus eine gigantische Lavahöhle entdeckt. Diese offenbart neue Details zur vulkanischen Aktivität des Planeten.
Sie ist rund einen Kilometer breit, 375 Meter hoch und könnte ganze 45 Kilometer lang sein: Forscher haben mithilfe von Radaraufnahmen auf dem Planeten Venus eine riesige Lavahöhle entdeckt. Der weitverzweigte unterirdische Hohlraum dürfte durch vulkanische Prozesse entstanden sein, wie es in einem „Nature“-Beitrag des Teams rund um Leonardo Carrer von der Universität Trient heißt. Die Beobachtung könnte zum ersten Mal direkte Hinweise auf sogenannte Lavaröhren – unterirdische Tunnel aus erstarrter Lava – auf dem Planeten liefern.
Die Forscher untersuchten dafür Radardaten der Nasa-Mission Magellan, im Rahmen derer zwischen 1990 und 1992 die Venusoberfläche kartiert wurde. Diese Radardaten ermöglichen es, Strukturen unter der dichten Atmosphäre der Venus sichtbar zu machen – etwas, das mit optischen Teleskopen nicht möglich ist.
In der Region um den großen Schildvulkan Nyx Mons entdeckte das Team eine auffällige Vertiefung, die als Skylight bezeichnet wird. Es handelt sich dabei um einen eingestürzten Teil des Hohlraumdachs. Die Analyse legt nahe, dass dieser Hohlraum ein Lavatunnel (auch „Pyroduct“ genannt) mit einer Breite von rund einem Kilometer, einer Höhe von etwa 375 Metern und einem mindestens 150 Meter dicken Dach ist.
Solche Lavaröhren entstehen, wenn an der Oberfläche fließende Lava eine harte Schicht bildet, während darunter weiterhin heißes Gestein fließt und zu einem späteren Zeitpunkt abläuft. Das Ergebnis ist ein unterirdischer Hohlraum, dessen Dach später einstürzen kann – so wie an dieser Stelle der Venus.
Auf der Venus könnten solche Lavaröhren deutlich größer sein als auf der Erde. Grund dafür sind die besonderen Bedingungen auf dem Planeten, etwa die hohe Temperatur und die größere Schwerkraft.
Bisher gab es nur indirekte Hinweise auf derartige Strukturen auf der Venus. Die neue Analyse liefert erstmals radargestützte Messwerte, die direkt auf einen unterirdischen Hohlraum hindeuten, und ist damit eine der bislang stärksten Beweise für Lavaröhren auf unserem Nachbarplaneten.
Noch ist unklar, wie weit das unterirdische Netzwerk reicht und wie stabil diese Strukturen sind. Künftige Missionen mit noch leistungsfähigeren Radarinstrumenten könnten helfen, das System besser zu kartieren und mehr über die vulkanische Vergangenheit der Venus zu erfahren.











