Wörter wie Demokratie, Theater, akademiya, Logik Und Kosmos werden heute auf Usbekisch fast genauso geschrieben, wie sie auf Griechisch klingen. Sie erscheinen in universitären Hörsälen, in wissenschaftlichen Texten und im öffentlichen Diskurs von Europa bis Zentralasien. Diese aus dem Griechischen stammenden Wörter haben ein globales Eigenleben erlangt.
Diese anhaltende, grenzüberschreitende Kraft der griechischen Sprache stand im Mittelpunkt der diesjährigen Feierlichkeiten zum Internationalen Tag der griechischen Sprache in Usbekistan, Tausende Kilometer von Griechenland entfernt.
Usbekistan feierte den Internationalen Tag der griechischen Sprache an der Usbekischen Staatlichen Weltsprachenuniversität in Taschkent und unterstrich damit den anhaltenden globalen Einfluss einer der ältesten lebenden Sprachen der Welt.
Die Veranstaltung fand zu einer Zeit statt, in der die internationale Gemeinschaft Griechisch zunehmend als Grundpfeiler der europäischen und globalen Kultur anerkennt.
Von der UNESCO-Anerkennung zur globalen Bedeutung
Diese Anerkennung wurde am 6. November während der jüngsten Generalkonferenz der UNESCO in Usbekistan offiziell besiegelt, als der 9. Februar offiziell zum Internationalen Tag der griechischen Sprache erklärt wurde.
Mit einer aufgezeichneten Geschichte von mehr als 3.000 Jahren gehört Griechisch zu den ganz wenigen Sprachen, die weltweit weiterhin aktiv die moderne wissenschaftliche, philosophische und kulturelle Terminologie prägen.
Griechisch wird oft als das „Wurzelsystem“ vieler moderner Sprachen beschrieben. Begriffe wie Philosophie, Demokratie, Theater, Mathematik Und Akademie werden mittlerweile in Dutzenden von Sprachen verwendet, von Englisch und Russisch bis hin zum usbekischen akademischen Diskurs.
Sein Alphabet mit seiner klaren phonetischen Struktur legte auch den Grundstein für die lateinische Schrift, die heute in weiten Teilen der Welt verwendet wird.
Eines der hervorstechendsten Merkmale des Griechischen ist seine ununterbrochene Kontinuität. Von Homer, Platon und Aristoteles über die byzantinische Wissenschaft bis hin zur modernen Literatur und Poesie hat sich die Sprache weiterentwickelt, ohne ihre Kernstruktur zu verlieren.
Diese Kontinuität ermöglicht es modernen Sprechern und Studenten, sich direkt mit Texten auseinanderzusetzen, die vor Tausenden von Jahren geschrieben wurden – eine Unterscheidung, die nur sehr wenige Sprachen weltweit haben.
Tiefe historische Wurzeln
Im Gespräch mit Euronews erklärte die griechische Botschafterin in Usbekistan, Paraskevi Tzeveleki, dass die Feier Teil einer umfassenderen Anstrengung zur Vertiefung der bilateralen Beziehungen sei.
Die griechische Botschaft sei erst vor wenigen Monaten mit dem Ziel eröffnet worden, die Beziehungen zwischen Usbekistan und Griechenland zu stärken, sagte sie.
„Hier gibt es seit Jahrzehnten eine dynamische griechische Diaspora, und die Hauptaufgabe der Botschaft besteht darin, Menschen, Kulturen und Geschäftsgemeinschaften einander näher zu bringen“, fügte sie hinzu.
Gemeinsam mit rund 150 Studierenden, die Griechisch als zweite Fremdsprache studieren, veranstaltete die Botschaft an der Universität zu diesem Anlass ein Vortragsprogramm über die Geschichte und Entwicklung der griechischen Sprache sowie ihren Einfluss auf moderne Sprachen wie Englisch und Russisch.
Die Veranstaltung beleuchtete auch die tiefen historischen Wurzeln, die Griechenland und Zentralasien verbinden. Der wissenschaftliche und kulturelle Austausch spielte eine wichtige Rolle bei der Gestaltung von Philosophie, Wissenschaft und Bildung in der Region. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern hat sich in den letzten Jahren insbesondere in den Geisteswissenschaften, einschließlich Linguistik, Geschichte, Philosophie und Kulturwissenschaften, ausgeweitet.
Der Rektor der Usbekischen Staatlichen Universität für Weltsprachen, Ilhom Tukhtasinov, erinnerte daran, dass an der Einrichtung seit 1993 Griechisch gelehrt wird.
„Heute unterrichten wir 21 Fremdsprachen, und Griechisch bleibt eine der wichtigsten unter ihnen. Derzeit lernen rund 150 Studierende Griechisch unter der Anleitung erfahrener Lehrer und Professoren“, erklärte er.
Er verwies auch auf die langjährige Zusammenarbeit mit führenden Universitäten in Griechenland und wies darauf hin, dass im Jahr 2009 etwa 40 Studenten die Möglichkeit hatten, an Bildungsprogrammen in Athen teilzunehmen.
Heute stärken akademischer Austausch, gemeinsame wissenschaftliche Seminare und Konferenzen sowie kurzfristige Bildungsprogramme weiterhin die Zusammenarbeit zwischen Universitäten in Usbekistan und Griechenland.










