Streit bei Olympia
Trotz IOC-Verbot: Ukrainischer Skeleton-Pilot will Helm tragen
11.02.2026 – 00:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Wladislaw Heraskewytsch will einen Helm mit besonderem Design mit tragischem Hintergrund tragen – und kassiert eine Abfuhr vom IOC. Nun macht er eine Ankündigung.
Der ukrainische Skeleton-Pilot Wladislaw Heraskewytsch beharrt auf seinem Recht, bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d“Ampezzo einen Helm mit Bildern von im Krieg getöteten Sportlern zu tragen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte den Kopfschutz als Verstoß gegen die Olympische Charta eingestuft und bot stattdessen das Tragen einer schwarzen Armbinde an.
„Nein, ich werde den Helm tragen“, bekräftigte Heraskewytsch nach einem weiteren Training. Auf Instagram kündigte er an, in dieser Sache bis zum Ende zu kämpfen. Der 27-Jährige sieht in seinem Gedenk-Helm keinen Regelverstoß: „Ich glaube wirklich, dass wir damit gegen keine Gesetze und keine Regeln verstoßen.“
Auf dem Helm sind rund 20 Athletinnen und Athleten abgebildet, die bei russischen Angriffen ums Leben gekommen sind. „Das ist eine Hommage an Athleten und einige von ihnen waren Medaillengewinner bei den Olympischen Jugendspielen. Das bedeutet, sie gehören zur olympischen Familie“, erklärte Heraskewytsch.
Unterstützung erhält der Sportler vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Heraskewytsch erinnere an den Preis, den die Ukraine in ihrem Abwehrkampf zu zahlen habe, schrieb Selenskyj auf Telegram. Eine solche Wahrheit könne nicht unbequem oder unangebracht sein. Die Ukraine halte sich an den Geist von Olympia, Angreifer Russland nicht.
Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine, Wadym Gutzajt, hat das IOC ebenfalls gebeten, den Helm zu erlauben. Die Olympia-Organisation verweist jedoch auf ihr mit der Athletengemeinde abgestimmtes Regelwerk für politische Botschaften. Allen Sportlern müsse es möglich sein, sich in einem sicheren Umfeld auf ihre Leistung zu konzentrieren, unbeeinflusst von weltweiten Konflikten.
Als Präzedenzfall führt Heraskewytsch den deutschen Gewichtheber Matthias Steiner an, der nach seinem Olympiasieg 2008 in Peking auf dem Siegerpodest ein Foto seiner bei einem Verkehrsunfall getöteten Frau zeigte. Laut IOC-Sprecher hat sich das Regelwerk jedoch inzwischen weiterentwickelt, weshalb die Fälle kaum vergleichbar seien.










