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Alphabet hat eine äußerst seltene 100-jährige Anleihe zum Angebot auf den Sterling-Märkten angeboten, allerdings nur für den geringen Betrag von 1 Milliarde Pfund (1,15 Milliarden Euro).
Berichten zufolge hat das Unternehmen fast zehnmal so viele Bestellungen für diesen begrenzten Auftrag erhalten, der inmitten eines kreditgetriebenen Wettbewerbs um die KI-Dominanz liegt.
An diesem Montag verkaufte Alphabet US-Dollar-Anleihen im Wert von 20 Milliarden US-Dollar (16,8 Milliarden Euro). Der Verkauf wurde Berichten zufolge von den ursprünglich geplanten 15 Milliarden US-Dollar (12,6 Milliarden Euro) aufgestockt, da ein enormer Nachfragezufluss von mehr als 100 Milliarden US-Dollar (84 Milliarden Euro) an Aufträgen zu verzeichnen war.
Das Unternehmen plant nun die Emission von Anleihen in mehreren Währungen, einschließlich der Ausgabe der Jahrhundertanleihe in Pfund Sterling. Möglicherweise steht auch ein Verkauf in Schweizer Franken bevor.
Dies wird die erste Emission einer Jahrhundertanleihe durch ein Technologieunternehmen seit fast 30 Jahren sein. Das letzte Gerät wurde 1997 von Motorola verkauft.
Die US-Dollar-Seite des Deals ist in sieben Tranchen aufgeteilt, wobei die längste Tranche eine 40-jährige Anleihe mit Fälligkeit im Jahr 2066 ist. Ursprünglich wurde erwartet, dass diese Anleihe 1,2 % höher gehandelt wird als US-Staatsanleihen, der Preis wird sich jedoch voraussichtlich auf etwa 0,95 % verengen.
Der Verkauf verzeichnete am kurzen Ende die stärkste Nachfrage, da die dreijährigen Anleihen nur 0,27 % über US-Staatsanleihen gepreist waren.
JPMorgan, Goldman Sachs und Bank of America sind an den Anleiheverkäufen von Alphabet in allen drei Währungen beteiligt.
Schuldenaufnahme in mehreren Währungen
Eine Schuldenaufnahme in mehreren Währungen kann mehrere Vorteile mit sich bringen und daher potenzielle Gründe dafür sein, warum sich Alphabet für diese Strategie entschieden hat.
Erstens kann es dazu beitragen, die Investorenbasis des Unternehmens zu diversifizieren, was im aktuellen Klima besonders wichtig ist, da der Kapitalbedarf großer Technologieunternehmen zur Skalierung der KI-Infrastruktur weiter steigt.
Durch die Erschließung globaler Märkte, anstatt sich nur auf die Dollarmärkte zu beschränken, vermeidet Alphabet die Entstehung eines Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage, das den Preis der Schulden des Unternehmens in die Höhe treiben und folglich die Rendite seiner Anleihen senken würde, was Investoren abschrecken würde.
Darüber hinaus bieten die Sterling-Märkte im Vergleich zu Dollar-Anleihen auch einen niedrigeren Zinssatz, was die Jahrhundertanleihe kostengünstiger macht und Anleger anzieht.
Rekordjahr für die Verschuldung von Big Tech
Die Kreditaufnahme von Alphabet erfolgt kurz nachdem das Unternehmen Rekordausgaben für KI-Investitionen in Höhe von mehr als 185 Milliarden US-Dollar (155 Milliarden Euro) angekündigt hat, was etwa dem Doppelten des Vorjahres entspricht, um die Entwicklung von Gemini und der Cloud-Infrastruktur voranzutreiben.
Um dies zu finanzieren, haben sich die langfristigen Schulden des Technologieunternehmens bis zum Jahr 2025 bereits auf 46,5 Milliarden US-Dollar (39 Milliarden Euro) vervierfacht. Das Unternehmen muss jedoch über mehr als 125 Milliarden US-Dollar (105 Milliarden Euro) an Barmitteln verfügen.
Auch andere Big-Tech-Unternehmen sind diesem Beispiel gefolgt. Erst letzte Woche sammelte Oracle 25 Milliarden US-Dollar (21 Milliarden Euro) aus einem Anleihenverkauf, der auch eine Rekordzahl von 129 Milliarden US-Dollar (108 Milliarden Euro) an Kaufaufträgen einbrachte.
Tatsächlich schätzt Morgan Stanley, dass Tech-Hyperscaler im Jahr 2026 rund 400 Milliarden US-Dollar (335,7 Milliarden Euro) leihen werden, mehr als das Doppelte der 165 Milliarden US-Dollar (138,5 Milliarden Euro), die im Jahr 2025 ausgeliehen wurden.
Dieser Anstieg könnte die Gesamtemission hochwertiger US-Unternehmensanleihen im Jahr 2026 auf den Rekordwert von 2,25 Billionen US-Dollar (1,88 Billionen Euro) ansteigen lassen.











