Erstmals gibt es Zweifel an der Verlässlichkeit der USA als Schutzmacht. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos löste Trumps Rede zunächst enorme Spannung, dann Erleichterung aus. Denn ein möglicher militärischer Konflikt scheint in der Grönlandfrage vorerst vom Tisch zu sein – auch weil die EU geschlossen auftrat und massive Schritte gegen Trumps erneute Zolldrohungen ankündigte.
Deutschland rüstet auf – und sucht nach neuen Antworten
In dieser komplizierten Situation versucht Deutschland – neben Ländern wie Frankreich, Großbritannien, Polen und Italien – sich sicherheitspolitisch zu behaupten und neu zu positionieren. Ende Januar 2026 rief Friedrich Merz seine europäischen Bündnispartner zu entschlossenem und selbstbewusstem Handeln in der neuen Weltordnung auf. Europa werde seine Ideen nur dann in der Welt umsetzen können, „wenn wir selbst lernen, die Sprache der Machtpolitik zu sprechen, wenn wir selbst eine europäische Macht werden“, sagte Merz.
Dabei hat das Thema Sicherheit oberste Priorität. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs rüstet Deutschland im großen Stil auf und will seinen NATO-Beitrag bis 2029 auf 3,5 Prozent des BIP steigern – inklusive der militärischen Infrastruktur sogar auf fünf Prozent. Die Frage der nuklearen Abschreckung ist ein besonders heikles Thema. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron plädiert seit langem für einen europäischen Ansatz – und die deutsche Regierung zeigt sich offen für Gespräche. Deutschlands Außenminister Johann Wadephul betonte, dass Europa „noch für längere Zeit“ auf den nuklearen Schutzschild der USA angewiesen bleiben werde, und hofft weiterhin auf die deutsch-amerikanische Freundschaft: „Unsere Bindung ist felsenfest.“ Gleichzeitig räumt er jedoch ein, dass Fragen der strategischen Sicherheit „offen diskutiert“ werden müssten.










