Aktualisiert am 09.02.2026 – 02:20 UhrLesedauer: 3 Min.

Lindsey Vonn wollte in Cortina d’Ampezzo noch einmal eine Medaille in der Abfahrt gewinnen und startete trotz Verletzung. Doch sie stürzte schwer und bekommt nun viel Mitgefühl.
Aus Cortina d’Ampezzo berichtet Melanie Muschong
Es sollte ein strahlender Moment für Lindsey Vonn werden. Der ganze Skizirkus und Fans aus aller Welt schauten am Sonntag nach Cortina d’Ampezzo und wollten den US-Star, der mit einem Kreuzbandriss im linken Knie antrat, in den Medaillenrängen sehen. Doch es kam anders, „tragisch“, wie es Fis-Präsident Johan Eliasch im Anschluss formulierte.
Vonn stürzte im oberen Streckenabschnitt schwer. Ihre Knie verdrehten sich und sie blieb zunächst reglos liegen. Die Jubel- und Anfeuerungsrufe von der Tribüne direkt beim Zieleinlauf der Strecke verstummten schlagartig. Es war erst ein Raunen zu hören, als Vonn stürzte, sich nicht mehr bewegte und im Anschluss herrschte Totenstille.
Auch US-Rapstar Snoop Dogg, der bei diesen Olympischen Winterspielen wieder als Botschafter unterwegs ist, stellte seine Fan-Selfies auf der Tribüne ein und blickte nach dem Sturz von Lindsey Vonn angespannt auf den Bildschirm vor ihm – so wie alle. Der US-Superstar wurde unterdessen von medizinischem Personal versorgt, schrie immer wieder laut auf.
Als der Hubschrauber laut angeflogen kam, applaudierten die Zuschauer vor Ort. Auch Snoop Dogg klatschte in seine Hände, nickte anerkennend. So, als ob er und Vonn in diesem Moment eine mentale Verbindung gehabt hätten.
Nicht nur die Fans sind schockiert, auch die Athletinnen fühlen mit Vonn. So sagte die Norwegerin Kajsa Vickhoff Lie in der Mixed-Zone zu t-online: „Es ist nie schön, wenn man sieht, wie Konkurrenten stürzen. Bei Abfahrten sieht man das schon öfter. Vor allem bei Lindsey weiß man, dass sie mit Herz und Seele fährt. Sie gibt alles. Es gibt nichts dazwischen, entweder Gold oder nichts – ich drücke ihr wirklich die Daumen, dass sie okay ist.“
Auch zwei US-amerikanische Fans, die in der ersten Reihe der Tribüne saßen, fieberten mit ihrem Team mit. Jay Tucker aus Virginia, mit US-Jacke und Mütze bekleidet, sagte zu t-online: „Es war sehr herzzerreißend. Ich wusste nicht wirklich, was ich denken sollte, und auf den Tribünen herrschte völlige Stille. Die Tatsache, dass sie heute überhaupt auf dem Berg war, war ziemlich beeindruckend.“









