Kritik an Berlin
OB Reiter: „Der Mietspiegel in München ist lächerlich“
04.02.2026 – 10:36 UhrLesedauer: 2 Min.

Um in München eine Wohnung zu finden, braucht man hauptsächlich eine dicke Brieftasche. OB Reiter stört das – deshalb schickt er eine Beschwerde nach Berlin.
Die Nähe zu den Alpen, die vielen Grünflächen sowie das Freizeit- und Kulturangebot machen München für viele zu einem beliebten Wohnort. Doch nicht nur Privatpersonen, sondern auch große Unternehmen siedeln sich immer öfter in der bayerischen Landeshauptstadt an. Durch das Wachstum konkurrieren die Bewohner der bayerischen Landeshauptstadt um Wohnraum – und der wird nicht nur immer knapper, sondern gleichzeitig auch viel teurer.
Ein Problem, das auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) Sorgen macht. Die Schuld dafür sieht er ganz klar in Berlin. „Bauen muss dramatisch schneller gehen, und die Mieten dürfen nicht bis ins Sankt Nimmerlein steigen“, sagte er am Dienstagvormittag bei einer Pressekonferenz im Münchner Presseclub.
Reiter verstehe jeden Mieter in München, der sich darüber beschwert, dass er 50 Prozent seines Gehalts für die Miete aufbringen muss. Laut einer Faustregel sollten maximal 30 Prozent des Lohnes für Wohnen ausgegeben werden. Ursachen für die steigenden Mietkosten sieht er an mehreren Stellen. Da seien etwa die großen Unternehmen, die sich hier ansiedeln und die Mietpreise in die Höhe treiben.
Reiter bezeichnet diesen Prozess als den „klassischen Verdrängungswettbewerb“: Die Vermieter würden versuchen, die bestmögliche Rendite zu erzielen, indem sie Angestellte großer Techfirmen bevorzugten, beispielsweise von Apple, Google oder OpenAI. Reiter resümiert: „Das ist das Los einer attraktiven Stadt.“
Laut Reiter sei die Miete leicht zu regulieren. Beispielsweise mit einer Mietpreisbremse oder dem Verbot einer Indexmiete. Aber auch bei der Berechnung des Mietpreisspiegels. Nach Angaben des OBs würden in diesen ausschließlich Neuvermietungen einberechnet. Die Stadt München fordere seit Jahren, die Bestandsmieten ebenfalls mit in die Berechnung aufzunehmen. So bliebe laut Reiter nur, dass der Mietpreisspiegel in eine Richtung geht: „nämlich nach oben“.
Die Stadt München fordere seit Jahren, die Bestandsmieten ebenfalls mit in die Berechnung aufzunehmen. „Man darf die Bundesregierung da nicht außen vor lassen.“ Reiter selbst seien die Hände gebunden und er wolle, dass sich endlich etwas am Thema Mieten ändere. „Der Mietspiegel in München ist lächerlich“, so der Oberbürgermeister.










