Im Skiinternat Willingen habe ich einen straffen Tagesplan: Frühstück um sieben, Schule bis Mittag, dann Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und manchmal Nachhilfe. Ich trainiere nachmittags, normalerweise bis zum frühen Abend. Es bleibt nicht mehr viel Zeit, aber das ist in Ordnung. Es ist für uns alle hier das Gleiche.
Das Leben im Skiinternat: wie eine zweite Familie
Wir haben ein großes Ziel: in unserem Sport immer besser zu werden. In der Zeit, in der wir unsere Hausaufgaben machen, ist es normalerweise in Ordnung, wenn wir nicht pausenlos lernen. Wir können auch plaudern und lachen, um den Kopf frei zu bekommen. Die Trainer drängen uns nicht, sie sagen: „Man muss es selbst wollen.“ Ich habe mein eigenes Zimmer im Internat. Abends essen wir alle zusammen zu Abend, spielen Brettspiele und unterhalten uns manchmal auch einfach. Wir werden streng überwacht, es ist immer jemand da, an den wir uns wenden können. Es ist wie eine zweite Familie.
Ursprünglich wollte ich Biathletin werden, aber als ich mein erstes Probetraining auf der Rampe absolvierte, war mir sofort klar, dass Skispringen mein Sport ist. Mein erster Gedanke dort oben war: „Das ist ziemlich hoch.“ Als ich aber wieder unten war, wollte ich sofort wieder hoch. Es ist schwer, dieses Gefühl zu erklären, das ich während des Anlaufs habe, wenn alles andere für einen Moment verschwindet.
Keine Angst vor dem Springen
Heutzutage springe ich auf großen Hügeln, auch Sprünge über hundert Meter. Mein weitester Sprung war über 135 Meter. Ich habe keine Angst, aber ich habe Respekt. Angst macht unsicher und Unsicherheit kann gefährlich sein. Vor jedem Sprung folge ich einem kleinen Ritual: Ich stelle mir einen perfekten Flug vor, zum Beispiel den meines Vorbilds, dem österreichischen Skispringer Daniel Huber. Die Trainer wissen, wozu wir fähig sind. Sie sagen: „Tu einfach, was du kannst.“ Die erforderlichen Schritte beim Anlauf, in der Luft und bei der Landung konnte ich im Schlaf ausführen. Das gibt mir Selbstvertrauen.










