Bewegende Szenen am U-Bahnhof
Hamburg trauert um getötete 18-Jährige
02.02.2026 – 03:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Blumen, Kerzen und Fotos der Verstorbenen: Am U-Bahnhof Wandsbek Markt nahmen viele Menschen Abschied. Doch zuvor wurden wohl Blumen gestohlen.
Rund 150 Trauernde haben am Sonntag in Wandsbek der 18-Jährigen gedacht, die vier Tage zuvor Opfer eines Gewaltverbrechens am U-Bahnhof wurde. Ein 25-Jähriger hatte die junge Frau gepackt und sich mit ihr vor einen einfahrenden Zug geworfen.
Die Gedenkveranstaltung war ursprünglich nur im kleinen Kreis für Familie und enge Freunde geplant. Doch am Bahnsteig der U1, wo sich die Tat ereignet hatte, versammelten sich nach und nach deutlich mehr Trauergäste, überwiegend Hamburger mit iranischen Wurzeln, wie der NDR berichtet. Weil der Platz zwischen den Gleisen nicht mehr ausreichte, verlegte die Polizei die Zeremonie schließlich auf den oberhalb gelegenen Busbahnhof.
Die Anteilnahme war groß: Menschen standen Hand in Hand beieinander, legten Blumensträuße nieder und entzündeten Kerzen. Manche brachten Fotos der Verstorbenen mit, die sie am Boden platzierten. Gegenüber NDR 90,3 erklärten Teilnehmer, sie wollten der Familie ihr Mitgefühl zeigen und persönlich von der jungen Frau Abschied nehmen. An der Stelle des Geschehens stapeln sich mittlerweile Blumen, brennen Kerzen, liegen Trauerkarten.
Die Ermittler werten das Geschehen als Tötungsdelikt. Videoaufnahmen der Bahnhofsüberwachung belegen, dass Täter und Opfer getrennt voneinander eintrafen und sich offenbar nicht kannten. Der Mann hielt sich zunächst abseits auf, bevor er plötzlich auf die Frau zuging, sie ergriff und ins Gleisbett zerrte. Über sein Motiv ist bislang nichts bekannt.
Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, war der 25-Jährige bereits strafrechtlich aufgefallen. Weitere Details zum laufenden Verfahren wurden nicht genannt. Die Mordkommission wertet weiterhin Videomaterial aus und befragt Zeugen. Der Mann soll aus dem Südsudan stammen.
Gegen Abend organisierte die AfD eine separate Gedenkkundgebung an einem Seiteneingang des Bahnhofs. Laut NDR 90,3 kamen dazu knapp 50 Personen. Gegenüber, auf der anderen Straßenseite, versammelte sich eine etwa doppelt so große Gruppe zu einer Gegendemonstration. Dort wurde auf Reden verzichtet, stattdessen erklang klassische Musik. Beamte hielten die beiden Gruppen voneinander getrennt.










