Dafür brauchte es zuvor allerdings eine Portion Glück, denn vor jeder Partie wurde am Netz per „Schere, Stein, Papier“ ausgelost, wer über Aufschlag und Annahme bestimmen durfte. Smith gewann das Glücksspiel gleich mehrfach und ließ seine Gegenüber aufschlagen. Er selbst wartete ab und beschränkte sich darauf, sicher zu returnieren. Seine Strategie ging voll auf.
Während die Tennis-Elite – neben Sinner auch der aktuelle Spitzenreiter Carlos Alcaraz und Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev – die Segel strichen, ging es für Smith bis ins Finale. Dort knackte er den Millionen-Jackpot. Nebenbei hatte er sogar noch die Nerven, ein wenig mit Zverev zu plaudern. Denn die beiden haben eine gemeinsame Vergangenheit.
„Als ich 14 war, habe ich in Deutschland mal gegen Zverev gespielt“, sagte Smith. „Ich habe ihn am Rande des Courts darauf angesprochen, und er konnte sich daran tatsächlich noch erinnern. Er wusste sogar, dass das Spiel nur drei Sätze dauerte. Er hat glatt gegen mich gewonnen“.
Diesmal setzte sich Smith durch. „Nein, nein. Ich fühle mich nicht als Champion. Meister der Herzen, okay“, sagte er t-online. Es sei vor allem ein großartiges Gefühl, in seiner Heimat Australien den Coup bei dem Show-Turnier geschafft zu haben. „Es ist immer noch alles surreal“.
Smith genoss das Rampenlicht auf der Anlage rund um die Rod-Laver-Arena sichtlich. Auf Bitten der Turnierleitung verteilte er am Tag nach seinem Triumph hunderte kostenlose Tennisschläger an Kinder und gab dabei Autogramme. Geduldig beantwortete er die Fragen der Reporter und Fernsehteams. Auch die nach dem Preisgeld von einer Million australischen Dollar. „Ich habe meiner Freundin versprochen, dass wir ein Haus kaufen – oder zumindest ein Apartment.“ Bei den aktuellen Häuserpreisen in Australien wird es aber wohl eher ein Apartment. Sydney hat nach Hongkong den zweitteuersten Wohnungsmarkt der Welt.
Er wolle in den kommenden zwei Wochen den Profis bei den Australian Open zuschauen und dann im Februar wieder bei seinem Klub Castle Hill Tennis in Sydney als Jugendtrainer arbeiten. „Ich genieße es, jungen Leuten dabei zuzuschauen, wie sie sich entwickeln und Selbstvertrauen aufbauen“, sagte er.










