„Die Meibom-Drüsen, das sind Talgdrüsen in den Lidkanten, produzieren die Lipide, welche als Bestandteil der Tränenflüssigkeit verhindern, dass die wässrigen Anteile zu schnell verdunsten. Sie stabilisieren den Tränenfilm. Bei etwa 80 Prozent der Betroffenen produzieren die Talgdrüsen der Augen zu wenig Lipide“, weiß Geerling. „Entsprechend seltener ist eine zu geringe Produktion von Tränenflüssigkeit primär die Ursache der Beschwerden.“
Zu den bedeutendsten Risikofaktoren, welche die Funktion des Tränenfilms beeinträchtigen können, gehören:
„Auch Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Erkrankungen der Schilddrüse, entzündliche Gefäßerkrankungen sowie Autoimmunerkrankungen, wie zum Beispiel rheumatische Erkrankungen, können ein trockenes Auge auslösen“, erklärt Geerling. „Ebenso kann die Einnahme bestimmter Medikamente, darunter Antiallergika, Entwässerungsmittel, Blutdrucksenker, Antihistaminika und Antidepressiva, die Augen trockener machen.“
Trockene Augen können für die Betroffenen quälend sein und das Wohlbefinden erheblich einschränken. Hierbei können nicht nur das verschwommene Sehen und Schmerzen den Alltag einschränken. Auch werden die Augen anfälliger für Infektionen, etwa Bindehauterkrankungen, da sie Erreger wie Bakterien und Viren schlechter abwehren können.
In ausgeprägteren Fällen kann es zu Erkrankungen der Hornhaut kommen, beispielsweise einer Hornhautentzündung oder gar einem Hornhautgeschwür. Auch können unter Umständen Narben auf der Hornhaut entstehen: Ohne schützenden Tränenfilm ist das Auge sehr viel anfälliger für Reibung und Verletzungen.
Wer über mehrere Wochen hinweg mit trockenen Augen zu kämpfen hat, sollte dem Experten zufolge einen Termin bei einem Augenarzt vereinbaren und die Ursache der Beschwerden abklären. Die Behandlung mit lipidhaltigen Augentropfen, welche dem Tränenfilm nachempfunden sind, sowie eine regelmäßige Lidrandpflege können in vielen Fällen die Beschwerden lindern. Ebenso ist es wichtig, augenreizende Einflüsse weitestgehend zu reduzieren und zugrunde liegende Erkrankungen zu behandeln. Manchmal ist bei trockenen Augen eine antientzündliche Therapie der Augenoberfläche notwendig.










