Die Bundeswehr will dem Militärpersonal künftig schneller neue technische Lösungen zur Verfügung stellen. Zu diesem Zweck eröffnete Verteidigungsminister Boris Pistorius im Februar 2026 das Innovationszentrum der Bundeswehr im bayerischen Erding. „Innovation ist das Herzstück glaubwürdiger Abschreckung“, sagte Pistorius. Große, langfristige Aufrüstungsprojekte allein reichten nicht aus, fügte er hinzu und erklärte, es sei wichtig, sicherzustellen, dass neue Technologien dem Militärpersonal schnell zur Verfügung stehen.
Geschwindigkeit ist der Schlüssel
Dazu bringt das Innovationszentrum Akteure aus den Reihen der Streitkräfte mit Wissenschaftlern und der Rüstungsindustrie zusammen. „Kreativität und Schnelligkeit stehen im Vordergrund“, sagt Flottillenadmiral Christian Bock, Leiter des Zentrums. Es geht darum, Ideen beispielsweise von jungen Start-ups auszuprobieren, neue Erkenntnisse zu gewinnen und Entwicklungen entsprechend anzupassen. Gleichzeitig plädiert Bock für Flexibilität und den Mut, das Risiko einer unvollständigen Lösung auf sich zu nehmen, anstatt immer nach Perfektion zu streben: „Es ist besser, achtzigprozentige Lösungen zu haben als gar keine.“ Viele neue Systeme werden auf einem „Fight-to-night“-Ansatz basieren, das heißt, sie sind für eine schnelle Bereitstellung bereit und überspringen die langwierigen, bürokratischen und teuren Entwicklungs- und Testprozesse, die bisher üblich waren. Für Bock gehört das Scheitern zur Lernkurve: „Ein gescheitertes Experiment ist auch ein Erfolg.“
