Jochen Großmann erfindet, projektiert, plant und überwacht solche Großprojekte. In Schipkau arbeitet er mit der Beventum GmbH zusammen. Sie ist eine Tochter der Bundesagentur für Sprunginnovationen, die viel zu wenig bekannt ist. Denn, man glaubt es kaum, diese Bundesagentur ist dafür gegründet worden, radikale und bahnbrechende Erfindungen zu fördern. So eine radikale Neuerung ist der Windturm in der Brandenburger Provinz.
Auf der Grundlage der Projektarbeiten in Schipkau, so stellt sich Großmann das vor, soll ein Weltkonzern entstehen. Sein Ziel ist es, 100 Windtürme in den nächsten fünf bis sieben Jahren überall auf der Welt zu bauen. Er weiß, wie es geht. Ein Konzern zur Zusammenarbeit wird sich unschwer finden lassen.
3. Was Ende September vor sich geht
Als t-online im Juni nach Schipkau kam, war der Generator schon da. Er lag auf der riesigen Baustelle, auf der ein Großkran und Mobilkräne in Betrieb waren. Wenn die Windenergieanlage einmal steht und die Rotorblätter den Generator drehen, soll er den Wind in elektrischen Strom umwandeln. Die Größenordnung ist spektakulär: Hier soll doppelt so viel elektrische Energie erzeugt werden wie mit konventionellen Windenergieanlagen.
Das ist möglich, weil der Wind in 300 Metern Höhe stärker und gleichmäßiger weht. Turbulenzen treten seltener auf. Die Gewissheit, dass diese Bedingungen dort oben herrschen, schafft ein Höhenwindmessmast, der im Jahr 2023 errichtet worden war. Er war ausgestattet mit Messvorrichtungen für die Geschwindigkeit des Windes, den Luftdruck und eventuelle Turbulenzen. „Wir haben sogar die Aktivitäten der Fledermäuse beobachtet und festgestellt, dass sie in den Höhen gar nicht mehr fliegen“, erzählte ein Projektmitarbeiter t-online auf dem Baufeld.
Wie aber kommen die 365 Meter Gesamthöhe zustande, wenn doch die Nabenhöhe bei nur 300 Metern liegt? Man rechnet das senkrecht stehende Rotorblatt hinzu, das sind bis zu 65 Meter, also insgesamt 365 Meter.
Am kommenden Sonntag wird zunächst der Raupenkran zum Einsatz kommen. Er wird das Maschinenhaus und die Rotornabe auf einer Plattform in 165 Meter Höhe absetzen. In diese luftige Höhe hebt der Kran dann auch die langen Rotorblätter, die dann an der Nabe angebracht werden. Das Ganze – Innenturm inklusive Windenergieanlage und Equipment – wiegt 750 Tonnen.