Protest gegen Energiepolitik

Tausende demonstrieren in München

19.04.2026 – 11:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Zu der Kundgebung aufgerufen hatten der Bund Naturschutz in Bayern, Fridays For Future, Greenpeace und das Umweltinstitut München. (Quelle: Felix Hörhager/dpa/dpa-bilder)

Am Samstag gingen in München bei drei gleichzeitigen Kundgebungen nach Polizeischätzungen rund 14.000 Menschen auf die Straße.

Mehrere Tausend Menschen haben in München gegen die Energiepolitik von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) protestiert. Die größte der drei gleichzeitigen Kundgebungen richtete sich gegen Reiches geplante Kürzungen der Ökostrom-Zuschüsse. Aufgerufen hatten unter anderem der Bund Naturschutz und Greenpeace. Die Organisatoren schätzten die Zahl auf 12.000, die Polizei nannte zwischenzeitlich 7.000.

Demonstranten und Redner warfen Reiche vor, den Erfolg der Energiewende zu gefährden und fossile Energien zu bevorteilen. BN-Landesvorsitzender Martin Geilhufe bezeichnete Reiches Netzpaket als „Teil eines konzertierten Generalangriffes auf Natur, Umwelt und Klima“. Die Bundesregierung dürfe den Ausbau von Wind- und Sonnenenergie nicht abwürgen, so Geilhufe.

Parallel fanden Kundgebungen in Berlin, Köln und Hamburg statt. Greenpeace schätzte die Gesamtteilnehmerzahl in allen vier Städten auf 80.000.

Die Kosten des sogenannten Engpassmanagements stiegen 2025 nach Angaben der Bundesnetzagentur um vier Prozent auf knapp 3,1 Milliarden Euro. An besonders sonnigen oder windigen Tagen wird häufig mehr Ökostrom produziert als genutzt werden kann. Weil die Leitungskapazitäten fehlen, werden stattdessen in Süddeutschland Gas- oder Kohlekraftwerke zugeschaltet. Betreiber von Ökostrom-Anlagen erhalten für den nicht eingespeisten Strom bislang finanzielle Entschädigung.

Genau das will Reiche künftig ändern. In Netzgebieten mit besonders hohem Anteil nicht genutzten Ökostroms sollen neue Wind- oder Photovoltaikparks keine Entschädigung mehr erhalten.

Neben dem Ökostrom-Protest gab es in München zwei weitere Kundgebungen. Nach Polizeischätzung nahmen 2.500 bis 3.000 Menschen am „Marsch fürs Leben“ teil – einer Veranstaltung von Abtreibungs- und Sterbehilfegegnern, überwiegend christlich motiviert. Dagegen demonstrierten nach übereinstimmenden Angaben von Veranstaltern und Polizei 4.000 Menschen. Ein Großaufgebot der Beamten hielt beide Kundgebungen auseinander. Gegner werfen den Organisatoren des „Marsches fürs Leben“ vor, Frauenrechte einschränken zu wollen.

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