„Das habe ich so noch nie erlebt“
Rosins Restaurant-Bilanz nach fast 20 Jahren
Aktualisiert am 17.07.2026 – 17:39 UhrLesedauer: 3 Min.
Seit fast 20 Jahren hilft Frank Rosin in die Not gerateten Gastwirten. Dabei bleiben manche Schicksale noch lange in Erinnerung.
Im Jahr 2005 debütierte Christian Rach als erster „Restauranttester“ im deutschen Fernsehen. Vier Jahre später folgte ihm Frank Rosin mit dem Kabel-eins-Format „Rosins Restaurants“. Seit der ersten Folge im November 2009 besuchte Frank Rosin bisher insgesamt 166 in die Krise geratene Gaststätten in ganz Deutschland.
Ungefiltert, ehrlich und mit klaren Worten begegnete der Sternekoch den betroffenen Gastronomen – ein Punkt, der oft zu öffentlichen Diskussionen führte. Aber für Frank Rosin gibt es keine Alternative: „Immer wieder höre ich, dass ich in der Sendung hart oder gemein wäre. Das ist eine falsche Wahrnehmung. Ich sage den Menschen einfach die Wahrheit. Und die ist manchmal eben so krass, dass die Zuschauer sie kaum ertragen“, erklärt der Sternekoch.
Statistisch betrachtet fällt die Bilanz bisher, ähnlich wie beim Kollegen Rach, eher ernüchternd aus. Wie die umfangreiche Informationsseite „Rosins Radar“ berichtet, sind aktuell nur 54 der insgesamt 166 bisher getesteten Gaststätten noch geöffnet. Das entspricht einer „Überlebensrate“ von 33 Prozent. 101 Betriebe konnten nicht mehr gerettet werden und mussten dauerhaft schließen. Elf Restaurants wechselten irgendwann die Besitzer.
In 18 Staffeln stieß Rosin oft an seine Grenzen
Auf die Frage, warum in Deutschland so viele Gaststätten so große Probleme haben, hat Frank Rosin folgende Antwort: „Die gastronomische Branche ist in einem katastrophalen Zustand. Es muss sich unbedingt etwas verändern bei der Ausbildung. Oft lernen Köche nur, wie man mit Lebensmitteln umgeht, aber nicht, wie man ein Team führt und ein Budget kalkuliert“, so der Gastronom.

In 18 Staffeln stieß Frank Rosin so manchmal an seine Grenzen. In einem Instagram-Post berichtete er von teils unzumutbaren Zuständen: „Was viele Fans und Zuschauer nicht wissen: Rund 15 bis 20 Prozent der extremen Situationen können wir gar nicht zeigen. Sie sind schlichtweg nicht sendbar, so heftig sind sie“, so Frank Rosin.
Besonders schwierige Fälle bleiben auch den Zuschauern noch lange im Gedächtnis. Eine der größten Baustellen präsentierte sich dem Sternekoch im pfälzischen Weiden. Dort versuchte Frank Rosin, das Restaurant „Star Blue Kitchen“ und den angeschlossenen Betrieb „Primavera“ von Inhaber Mohammad wieder auf Kurs zu bringen. Die Umsetzung einer Rundumveränderung zur Rettung des Ganzen scheiterte maßgeblich an der Beratungsresistenz des Inhabers. So wurden die Zuschauer in der 17. Staffel Zeugen des bis dato heftigsten Ausrasters des Sternekochs.










